KARNEVAL!!
¡Alaaaf!
naja... so is das hier nich.
man wird nur nassgemacht.
Ich hab gstern abend, weil das wasser abgestellt war unten einen eimer wasser aus dem tank geholt. Daher dachte meine schwester, ich wolle sie nassmachen. Daher hat sie sofort einen eimer wasser auf mich geschüttet und is ins haus gelaufen. mein fünfjähriger gastneffe hat mir einen zahnputzbecher voll wasser hinterhergeschmissen und dann statt wegzurennen gelacht. Deshalb hab ich dem kleenen den vollen wassereimer übern kopf gekippt... HERRLICH
dann bin ich auf der flucht vor meiner schwester gegen meine zimmertür gerannt...
Mittwoch, 10. Februar 2010
Mittwoch, 3. Februar 2010
Schulalltag
So.. nach hartnäckigen aufforderungen werde ich jetzt meinen Schulalltag beschreiben:
Also ich stehe so um 6:40 auf, dusche mich eiskalt, zieh mich um und geh runter in die Küche. Dort wartet schon meine Gastschwester mit einem dicken teller reis auf mich. dazu gibts oft ein spiegelei und momentan immer eine Avocado :-) hmmmm...
dann geh ich so um halb acht in die schule und räume meine klasse auf und so.
Ungefähr um punkt acht geht der Schultag mit der Formación los. Die schüler sind nach klasse, geschlecht und groesse aufgestellt. Es wird gesungen und sich ein bisschen bewegt.
Nach ca. ner halben stunde gehts in den unterricht.
Hier treten auch schon die ersten probleme auf: die erste stunde geht noch 10 minuten, aber das lohnt sich ja nicht. trotzdem können da von ungezogenen kindern gereizte lehrer schonmal aneinander geraten.
Ich halte mich generell kaum an den stundenplan, sehe lediglich zu, alle klassen an einem tag unterrichten zu können. Meisstens klappt das auch.
Der Unterricht ist oftmals anstrengend. Während man versucht einigen schülern "I like..." zu erklären (Bedeutung UND Aussprache) fangen meisstens schon zwei andere an sich ohne grund zu prügeln. "Estamos jugando no más, profe" - "wir spielen doch nur, Lehrer"
Auf diese spielerische weise hat einer meiner besten schüler seinem compañero das gesicht blutig geschlagen... eine geschätzte halbe stunde später warn sie schon wieder beste freunde und haben zusammen wasserbomben auf die mädchen geschmissen.
Naja... Blut gab es im unterricht wenigstens noch nicht. Aber manche Schimpfwörter der drittklássler überraschen mich ab und zu schon.
jo.. zu meinen unterrichtsmethoden. Sehr beliebt ist BINGO auf englisch. Oder vokabelfussball.
mit der ersten klasse und dem kindergarten lerne ich die zahlen von 1 bis 3 und die farben auf englisch. dadurch dass erste klasse und kindergarten gemischt ist, ist das nicht soo einfach.
Die einen sollten schreiben lernen und die anderen sollen keinen blódsinn machen. nicht so einfach!
mit der 2. und 3. klasse bin ich bei Tieren, zahlen bis 20, farben,"I like" und "I don´t like".
die vierte und fünfte Klasse kann das alles eigentlich auch und die zahlen bis hundert. an manchen tagen können sie aber einfach garnichts. da verzweifelt man schon leicht.
Mit der sechten klasse (vier schülern) mache ich gerade short answers: "Do you like ducks?" "No, I don´t"
Alles in allem bin ich froh, wenn ich um 1Uhr nach hause gehen kann.
Nach der schule geh ich mit meiner Gastfamilie arbeiten. Maisfelder mit der hacke von unkraut befreien und gleichzeitig kleine haufen um jede pflanze machen, um sie gegen wind zu stabilisieren und damit sie höher wachsen.
Ansonsten werden schweine gefúttert oder die kühe und ihre männer zum wasser gebracht. Gemolken wird die kuh nich mehr - sie is nämlich warscheinlich wieder schwanger.
Viele Gruesse aus dem schönen Ecuador!
Silas
Ps: wir sehn uns in weniger als nem halben jahr
Also ich stehe so um 6:40 auf, dusche mich eiskalt, zieh mich um und geh runter in die Küche. Dort wartet schon meine Gastschwester mit einem dicken teller reis auf mich. dazu gibts oft ein spiegelei und momentan immer eine Avocado :-) hmmmm...
dann geh ich so um halb acht in die schule und räume meine klasse auf und so.
Ungefähr um punkt acht geht der Schultag mit der Formación los. Die schüler sind nach klasse, geschlecht und groesse aufgestellt. Es wird gesungen und sich ein bisschen bewegt.
Nach ca. ner halben stunde gehts in den unterricht.
Hier treten auch schon die ersten probleme auf: die erste stunde geht noch 10 minuten, aber das lohnt sich ja nicht. trotzdem können da von ungezogenen kindern gereizte lehrer schonmal aneinander geraten.
Ich halte mich generell kaum an den stundenplan, sehe lediglich zu, alle klassen an einem tag unterrichten zu können. Meisstens klappt das auch.
Der Unterricht ist oftmals anstrengend. Während man versucht einigen schülern "I like..." zu erklären (Bedeutung UND Aussprache) fangen meisstens schon zwei andere an sich ohne grund zu prügeln. "Estamos jugando no más, profe" - "wir spielen doch nur, Lehrer"
Auf diese spielerische weise hat einer meiner besten schüler seinem compañero das gesicht blutig geschlagen... eine geschätzte halbe stunde später warn sie schon wieder beste freunde und haben zusammen wasserbomben auf die mädchen geschmissen.
Naja... Blut gab es im unterricht wenigstens noch nicht. Aber manche Schimpfwörter der drittklássler überraschen mich ab und zu schon.
jo.. zu meinen unterrichtsmethoden. Sehr beliebt ist BINGO auf englisch. Oder vokabelfussball.
mit der ersten klasse und dem kindergarten lerne ich die zahlen von 1 bis 3 und die farben auf englisch. dadurch dass erste klasse und kindergarten gemischt ist, ist das nicht soo einfach.
Die einen sollten schreiben lernen und die anderen sollen keinen blódsinn machen. nicht so einfach!
mit der 2. und 3. klasse bin ich bei Tieren, zahlen bis 20, farben,"I like" und "I don´t like".
die vierte und fünfte Klasse kann das alles eigentlich auch und die zahlen bis hundert. an manchen tagen können sie aber einfach garnichts. da verzweifelt man schon leicht.
Mit der sechten klasse (vier schülern) mache ich gerade short answers: "Do you like ducks?" "No, I don´t"
Alles in allem bin ich froh, wenn ich um 1Uhr nach hause gehen kann.
Nach der schule geh ich mit meiner Gastfamilie arbeiten. Maisfelder mit der hacke von unkraut befreien und gleichzeitig kleine haufen um jede pflanze machen, um sie gegen wind zu stabilisieren und damit sie höher wachsen.
Ansonsten werden schweine gefúttert oder die kühe und ihre männer zum wasser gebracht. Gemolken wird die kuh nich mehr - sie is nämlich warscheinlich wieder schwanger.
Viele Gruesse aus dem schönen Ecuador!
Silas
Ps: wir sehn uns in weniger als nem halben jahr
Montag, 18. Januar 2010
Oyacachi
Wir entschlossen uns zu einem spontanwochenendtrip nach Oyacachi - ein Ort mitten im Naturschutzgebiet und zugleich Tor zum Oriente (Regenwald).
Wir fuhren also nach Cayambe, da laut meinem Reiseführer 10x am tag ein bus von dort nach Oyacachi fährt. Leider stellte es sich als falsch herraus und wir standen um 4 uhr in Oyacachi und es fuhr kein Bus mehr. Kurz vor der Verzweiflung fragten wir einen Polizisten und der hat nachdem er 10 Leute gefragt hat jemanden gefunden der in Oyacachi wohnt und uns in seiner Camioneta (Pickup) mitnehmen konnte.
Glück gehabt!
So kamen wir nach einer zweistündigen fahrt mit herrlicher Aussicht und leider auch Eiseskälte kamen wir an. Wir freuten uns schon auf die heissen Quellen und auf ein kühles Bier danach. Leider stellte es sich herraus, dass es kein Bier im ganzen Dorf/Städchen gibt.
Schade.
War trotzdem ein gelungenes Wochenende, auch wenn das Zelt nich 100%ig dicht ist.
Viele Gruesse aus dem schönen Ecuador!
Dienstag, 15. Dezember 2009
Adventszeit
gibts hier nicht.
da das wetter aber auch nicht danach ist vermisst man es auch nicht.
eigentlich ist das wetter schon die ganze zeit gleich. morgends sonne nachmittags ziehts sich zu und nachts wirds kühl. wobei die ecuatorianer es teilweise saukalt finden.
aber das is auch gut... wenn man morgends in der schulpause die waesche waescht (natuerlich per hand) is die bis nachmittags groesstenteils trocken.
naja.. am sonntag war versammlung aller familien auf der forellenfarm... warn himmel un minsche do.
lecker forellen gegessen.. aber dann wurde meiner familie (und den meissten anderen) zu kalt.
die sieben bierkaesten der familie blieben dadurch unangetastet...
sonst is eigentlich alles wie immer... alltag.
nach weihnachten wollten wir daher mal in urlaub fahren... an strand ueber sylvester.
hab ich auch noch nie gemacht.
freu mich schon.
vieele gruesse
Silas
da das wetter aber auch nicht danach ist vermisst man es auch nicht.
eigentlich ist das wetter schon die ganze zeit gleich. morgends sonne nachmittags ziehts sich zu und nachts wirds kühl. wobei die ecuatorianer es teilweise saukalt finden.
aber das is auch gut... wenn man morgends in der schulpause die waesche waescht (natuerlich per hand) is die bis nachmittags groesstenteils trocken.
naja.. am sonntag war versammlung aller familien auf der forellenfarm... warn himmel un minsche do.
lecker forellen gegessen.. aber dann wurde meiner familie (und den meissten anderen) zu kalt.
die sieben bierkaesten der familie blieben dadurch unangetastet...
sonst is eigentlich alles wie immer... alltag.
nach weihnachten wollten wir daher mal in urlaub fahren... an strand ueber sylvester.
hab ich auch noch nie gemacht.
freu mich schon.
vieele gruesse
Silas
Dienstag, 1. Dezember 2009
Tarabita
Eine Tarabita ist ein Kasten, in den zwei Leute passen. Er haengt mit einer Rolle an einem Stahlseil und ist eine Art Gondel um den Fluss zu ueberqueren.
In diesem Fall den Fluss Guayllabamba. Das tat ich auch, zusammen mit dem Flo, als wir mit dem Motorrad aus Quito ueber einen Schotterweg in Richtung Heimat fuhren.
Da das Stahlseil leicht durchhing wurde die Gondel ziemlich schnell und ungluecklicherweise geriet meine Hand zwischen das Stahlseil und die Rolle.
Zum Glück sind alle Finger noch dran, was eigentlich ein Wunder ist. Wir sind auch direkt zum Arzt gefahren, aber der meinte, es sei nichts. Mein rechter Zeigefinger ist halt ziemlich haesslich momentan. geschwollen und ein bisschen zerfetzt. Aber es koennte schlimmer sein ;-)
Aber ansonsten gehts mir super!
Am Sonntag war Stierkampf im Dorf Chavezpamba. Sauwild diese Viecher! Man konnte sich aber sicher hinter nem Stahlzaun aufhalten, wobei ich es hinter nem Holzzaun bevorzugte. Da sind die nur zweimal ausgebrochen. dann muss man halt laufen ;-)
Ich hab mich auchmal hineingewagt um mich im Stierkampf zu versuchen, aber nur bei einem kleinen Stierchen. Aber die Technik mit dem roten Tuch hab ich noch nicht raus, daher hat mich das Tier auch zweimal umgerannt. Ein Riesenspass!!!
Da man hier soviel auf Motorrädern durch die Gegend fährt, hab ich mal 20$ in nen Helm investiert. :-)
Viele Gruesse
Silas
In diesem Fall den Fluss Guayllabamba. Das tat ich auch, zusammen mit dem Flo, als wir mit dem Motorrad aus Quito ueber einen Schotterweg in Richtung Heimat fuhren.
Da das Stahlseil leicht durchhing wurde die Gondel ziemlich schnell und ungluecklicherweise geriet meine Hand zwischen das Stahlseil und die Rolle.
Zum Glück sind alle Finger noch dran, was eigentlich ein Wunder ist. Wir sind auch direkt zum Arzt gefahren, aber der meinte, es sei nichts. Mein rechter Zeigefinger ist halt ziemlich haesslich momentan. geschwollen und ein bisschen zerfetzt. Aber es koennte schlimmer sein ;-)
Aber ansonsten gehts mir super!
Am Sonntag war Stierkampf im Dorf Chavezpamba. Sauwild diese Viecher! Man konnte sich aber sicher hinter nem Stahlzaun aufhalten, wobei ich es hinter nem Holzzaun bevorzugte. Da sind die nur zweimal ausgebrochen. dann muss man halt laufen ;-)
Ich hab mich auchmal hineingewagt um mich im Stierkampf zu versuchen, aber nur bei einem kleinen Stierchen. Aber die Technik mit dem roten Tuch hab ich noch nicht raus, daher hat mich das Tier auch zweimal umgerannt. Ein Riesenspass!!!
Da man hier soviel auf Motorrädern durch die Gegend fährt, hab ich mal 20$ in nen Helm investiert. :-)
Viele Gruesse
Silas
Dienstag, 24. November 2009
Alltag
Erstmal Glückwünsche an den Linus! Er hat recht, ich war wirklich auf einem Konzert von den Toten Hosen :-) - in Ecuador - wer kann das schon von sich behaupten :-P
So.. nun mal zu meinem Alltag. Ich pflege um sieben oder halb acht aufzustehen um erstmal eine kalte Dusche zu nehmen. Der Duschkopf ist zwar ein Durchlauferhitzer, funktioniert aber nicht. Zu Hause esse ich erstmal nichts, sondern gehe direkt in die Schule "Emilio Uzcátegui" die gegenüber von meinem neuen zu Hause liegt. Dort wird erstmal Colada getrunken - ein heisses Getränk aus Wasser, Mehl, Zucker und frischem Zimt. Dazu gibt es zwei kekse. Alles ist von der Regierung Ecuadors gesponsort.
Dann gehts auf zus "Formación" vor der Flagge. Schoen geordnet nach Groesse, Geschlecht und Klasse geordnet. Das ist fuer die Schueler auch die erste gelegenheit sich gegenseitig auf den Hinterkopf zu hauen, zu beleidigen und rumzuschubsen. Dabei werden einige Kinderlieder gesungen und Montags auch noch die Nationalhymne. Daher muss Montags alles noch ordentlicher sein. Es wird ueberprueft, ob die Schuhe geputzt, die Haare gekaemmt und ob die Fingernaegel sauber sind.
Leider geht bei dem ganzen Spiel fast immer schon die erste Schulstunde drauf.
Bis 10.40 oder spaeter geht dann der Unterricht, das haengt ganz davon ab, ob die heute zustaendige Mutter schon mit dem Essen fuer 32 schueler und 5 Lehrer fertig ist. Dann muessen sich alle die Hände waschen, damit sie nicht die Schweinegrippe bekommen ;-)
Dann gehts ab in die Essenshalle oder bessergesagt Baracke. Wo die Señora das Essen fuer alle Schueler aus den grossen 40 Liter Kesseln, die auf dem offenen Feuer stehen an alle austeilt. Es gibt entweder Suppe, Reis mit Sardinen, Reis mit Thunfisch oder Reis mit (richtig vielen)Bohnen. Diese Bohnen sind so ziemlich das einzige was meiner Verdauung noch wirklich zu schaffen macht.
Nach dem Essen geht jeder seinen Teller, seine Tasse und seinen Loeffel spülen. Nicht nur in der Schule, sondern eigentlich ueberall ist der Loeffel das einzige verwendete Besteckstueck. Die Gabel braucht man nur ganz selten, um die Bananen in der Pfanne zu drehen. Nunja... Bis zu den Waschbecken schaffe ich es meisstens nicht - vorher fragt mich eine Schuelerin, ob sie denn nich das Geschirr vom "Profe Silas" waschen darf.
Nach dem Abwasch stroemen alle Schueler zur "Tienda" - zum Kiosk gegenueber der Schule (wo ich wohne). Wenn ich Langeweile habe, oder keiner zu Hause ist helfe ich meiner Gastfamilie beim verkaufen von Lutschern fuer 5 oder 10cent, Chips, Kaugummis oder Wassereis (gefroren oder nur gekühlt, damit man es so trinken kann).
Nach der Pause geht es wieder in den Unterricht, den ich immer mit der siebten Klasse habe, da deren Klassenlehrerin - die Direktorin - zur Radiotherapie in Quito ist.
Dann steht mit 4 nicht gerade einfachen und motivierten Kindern eine Stunde Englisch und eine Mathe an, obwohl sie doch eigentlich lieber Sport oder Informatik mit mir machen wuerden.
naja... um 1 oder halb 2 ist dann auch schon der Schultag vorbei und ich gehe nach Hause.
Dort komme ich nicht um eine weitere Mahlzeit herum, dh: Suppe und Reis und aus hoeflichkeit dann noch einen Teller Suppe oder Reis. Das Essen hier schmeckt mir wirklich super!
Daher eine Liste der Spezialitaeten:
Culantro - frischer Korriander (am Anfang sehr gewoehnungsbeduerftig, aber wenn er in Maassen angewendet wird durchaus ein Gewinn fuer die Suppe.)
Mote - Maistyp der beim kochen aufplatzt und wie Popcorn aussieht, aber viel schwerer ist. Sehr lecker!
Camote - Süsskartoffeln. saulecker in streifen geschnitten und wie Fritten frittiert.
Ají - scharfe rote Paste aus Knoblauch. Das einzige Scharfe, was hier gegessen wird.
Tostado - gebratener Maistyp. mehr ein Snack, aber viel leckerer als Chips, Popcorn usw.
Trucha - Regenbogenforelle, meisstens frittiert :-)
Suppe aus Huehnerfuessen, -leber, -nieren und -herz oft aus Milch, aehnlich zu Milchbohnensuppe
Beim Essen will mein 5Jähriger ñaño (Quechua fuer Bruder) genauso wie ich natuerlich den Chavo oder Chapulin Colorado sehen.
Nach dem Essen wird den Schweinen das Futter gebracht und alles andere was als Arbeit ansteht gemacht.
Wenn ich nicht mit der Familie arbeite, gibt es in der Schule was zu tun. z.B. Trennwaende aus Holz zwischen die Aulas zu bauen, oder ab und zu mal den Schuelern vom Colegio bei den Hausaufgaben zu helfen.
naja... ich verabschiede mich besser, sonst wird das internetcafé zu teuer.
Viele Gruesse
Silas
So.. nun mal zu meinem Alltag. Ich pflege um sieben oder halb acht aufzustehen um erstmal eine kalte Dusche zu nehmen. Der Duschkopf ist zwar ein Durchlauferhitzer, funktioniert aber nicht. Zu Hause esse ich erstmal nichts, sondern gehe direkt in die Schule "Emilio Uzcátegui" die gegenüber von meinem neuen zu Hause liegt. Dort wird erstmal Colada getrunken - ein heisses Getränk aus Wasser, Mehl, Zucker und frischem Zimt. Dazu gibt es zwei kekse. Alles ist von der Regierung Ecuadors gesponsort.
Dann gehts auf zus "Formación" vor der Flagge. Schoen geordnet nach Groesse, Geschlecht und Klasse geordnet. Das ist fuer die Schueler auch die erste gelegenheit sich gegenseitig auf den Hinterkopf zu hauen, zu beleidigen und rumzuschubsen. Dabei werden einige Kinderlieder gesungen und Montags auch noch die Nationalhymne. Daher muss Montags alles noch ordentlicher sein. Es wird ueberprueft, ob die Schuhe geputzt, die Haare gekaemmt und ob die Fingernaegel sauber sind.
Leider geht bei dem ganzen Spiel fast immer schon die erste Schulstunde drauf.
Bis 10.40 oder spaeter geht dann der Unterricht, das haengt ganz davon ab, ob die heute zustaendige Mutter schon mit dem Essen fuer 32 schueler und 5 Lehrer fertig ist. Dann muessen sich alle die Hände waschen, damit sie nicht die Schweinegrippe bekommen ;-)
Dann gehts ab in die Essenshalle oder bessergesagt Baracke. Wo die Señora das Essen fuer alle Schueler aus den grossen 40 Liter Kesseln, die auf dem offenen Feuer stehen an alle austeilt. Es gibt entweder Suppe, Reis mit Sardinen, Reis mit Thunfisch oder Reis mit (richtig vielen)Bohnen. Diese Bohnen sind so ziemlich das einzige was meiner Verdauung noch wirklich zu schaffen macht.
Nach dem Essen geht jeder seinen Teller, seine Tasse und seinen Loeffel spülen. Nicht nur in der Schule, sondern eigentlich ueberall ist der Loeffel das einzige verwendete Besteckstueck. Die Gabel braucht man nur ganz selten, um die Bananen in der Pfanne zu drehen. Nunja... Bis zu den Waschbecken schaffe ich es meisstens nicht - vorher fragt mich eine Schuelerin, ob sie denn nich das Geschirr vom "Profe Silas" waschen darf.
Nach dem Abwasch stroemen alle Schueler zur "Tienda" - zum Kiosk gegenueber der Schule (wo ich wohne). Wenn ich Langeweile habe, oder keiner zu Hause ist helfe ich meiner Gastfamilie beim verkaufen von Lutschern fuer 5 oder 10cent, Chips, Kaugummis oder Wassereis (gefroren oder nur gekühlt, damit man es so trinken kann).
Nach der Pause geht es wieder in den Unterricht, den ich immer mit der siebten Klasse habe, da deren Klassenlehrerin - die Direktorin - zur Radiotherapie in Quito ist.
Dann steht mit 4 nicht gerade einfachen und motivierten Kindern eine Stunde Englisch und eine Mathe an, obwohl sie doch eigentlich lieber Sport oder Informatik mit mir machen wuerden.
naja... um 1 oder halb 2 ist dann auch schon der Schultag vorbei und ich gehe nach Hause.
Dort komme ich nicht um eine weitere Mahlzeit herum, dh: Suppe und Reis und aus hoeflichkeit dann noch einen Teller Suppe oder Reis. Das Essen hier schmeckt mir wirklich super!
Daher eine Liste der Spezialitaeten:
Culantro - frischer Korriander (am Anfang sehr gewoehnungsbeduerftig, aber wenn er in Maassen angewendet wird durchaus ein Gewinn fuer die Suppe.)
Mote - Maistyp der beim kochen aufplatzt und wie Popcorn aussieht, aber viel schwerer ist. Sehr lecker!
Camote - Süsskartoffeln. saulecker in streifen geschnitten und wie Fritten frittiert.
Ají - scharfe rote Paste aus Knoblauch. Das einzige Scharfe, was hier gegessen wird.
Tostado - gebratener Maistyp. mehr ein Snack, aber viel leckerer als Chips, Popcorn usw.
Trucha - Regenbogenforelle, meisstens frittiert :-)
Suppe aus Huehnerfuessen, -leber, -nieren und -herz oft aus Milch, aehnlich zu Milchbohnensuppe
Beim Essen will mein 5Jähriger ñaño (Quechua fuer Bruder) genauso wie ich natuerlich den Chavo oder Chapulin Colorado sehen.
Nach dem Essen wird den Schweinen das Futter gebracht und alles andere was als Arbeit ansteht gemacht.
Wenn ich nicht mit der Familie arbeite, gibt es in der Schule was zu tun. z.B. Trennwaende aus Holz zwischen die Aulas zu bauen, oder ab und zu mal den Schuelern vom Colegio bei den Hausaufgaben zu helfen.
naja... ich verabschiede mich besser, sonst wird das internetcafé zu teuer.
Viele Gruesse
Silas
Sonntag, 15. November 2009
MINGA
Gestern, am Samstag gabs eine Minga*. Bescheidgesagt wurde natuerlich nicht allen, aber es sprach sich vorher halt rum. Zuerst war der Plan, im wald Pflanzen fuer die Wiederaufforstung zu suchen. Dann wollte unsere Koordinatorin lieber eine Fahrradtour mit uns machen...
Leider musste sie am abend einräumen, dass wir keine Fahrräder haben. Also kamen wir Samstag morgen zur Wiederaufforstung nach Atahualpa. Dort erklaerte uns unsere koordinatorin, dass wir ne haengebruecke bauen muessen.
Wie lang sie werden musste, wusste sie nicht so genau. Aber im Garten hatte sie alte Holzlatten rumliegen, die wir dann zurechtgesägt haben um mit der Machete kleine Aussparungen fuer die Seile reinzuhacken.
Sicherhaltshalber hat sie die halbmorschen Bretter auch noch lackiert, jedoch nur notduerftig ;-)
Zum trocknenlassen war keine Zeit... so ein Projekt muss in einem Tag fertig sein, also macht mans hier lieber schnell, als richtig. Dann merkt man schon, wie deutsch man ist...
Wofuer die bruecke ist habe ich auch noch nicht ganz begriffen, weil wir problemlos durch den Fluss gehen konnten. Kinder koennen das wohl nicht. Aber dass keine optimalen Bäume im Richtigen Abstand da waren war auch egal. Dass bei Regen der Wasserspiegel immens steigt wohl auch.
Naja.. wir haben dann die Bretter mit dem Seil verbunden und liegen lassen, weil unsere Koordinatorin die Bruecke spaeter mit ihrem Bruder fertigmachen wollte.
Naja.. Spass hats gemacht, auch wenn man manchmal, angesichts sinnloser Arbeit verzweifelt;-)
Viele Gruesse aus dem schoenen Ecuador
Silas
*Minga heisst, dass Samstag in einem Projekt gearbeitet wird und wir dafuer nen Tag freibekommen.
_____
Wer errät welche Band ich am Donnerstag abend live in Ecuador gesehen hab?
Leider musste sie am abend einräumen, dass wir keine Fahrräder haben. Also kamen wir Samstag morgen zur Wiederaufforstung nach Atahualpa. Dort erklaerte uns unsere koordinatorin, dass wir ne haengebruecke bauen muessen.
Wie lang sie werden musste, wusste sie nicht so genau. Aber im Garten hatte sie alte Holzlatten rumliegen, die wir dann zurechtgesägt haben um mit der Machete kleine Aussparungen fuer die Seile reinzuhacken.
Sicherhaltshalber hat sie die halbmorschen Bretter auch noch lackiert, jedoch nur notduerftig ;-)
Zum trocknenlassen war keine Zeit... so ein Projekt muss in einem Tag fertig sein, also macht mans hier lieber schnell, als richtig. Dann merkt man schon, wie deutsch man ist...
Wofuer die bruecke ist habe ich auch noch nicht ganz begriffen, weil wir problemlos durch den Fluss gehen konnten. Kinder koennen das wohl nicht. Aber dass keine optimalen Bäume im Richtigen Abstand da waren war auch egal. Dass bei Regen der Wasserspiegel immens steigt wohl auch.
Naja.. wir haben dann die Bretter mit dem Seil verbunden und liegen lassen, weil unsere Koordinatorin die Bruecke spaeter mit ihrem Bruder fertigmachen wollte.
Naja.. Spass hats gemacht, auch wenn man manchmal, angesichts sinnloser Arbeit verzweifelt;-)
Viele Gruesse aus dem schoenen Ecuador
Silas
*Minga heisst, dass Samstag in einem Projekt gearbeitet wird und wir dafuer nen Tag freibekommen.
_____
Wer errät welche Band ich am Donnerstag abend live in Ecuador gesehen hab?
Abonnieren
Posts (Atom)